PT 2016

Ratgeber: der richtige Schnittrechner - darauf kommt´s an!

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Mobile Schnittrechner werden immer beliebter: Sie sind leistungsstark genug für die meisten Schnittaufgaben und dazu leicht, kompakt und flexibel. Wir erklären, welche Hardware-Komponenten (nicht nur für Notebooks) wichtig sind und wie viel Sie für ein zuverlässiges Schnittsystem ausgeben müssen.
 

Videos schneiden kann man inzwischen auf fast jedem Rechner. Nicht zuletzt, weil die Programmierer der Schnittprogramme immer schneller neue Techniken integrieren. Mit Begriffen wie Cuda, Open CL und Quick Sync kann man sich an Stammtischen bestens als Nerd profilieren. Doch welche Leistungssteigerung wirklich hinter diesen Techniken steckt, mit denen Programmierer direkter auf die Hardware-Komponenten zugreifen können, kann man nur ausprobieren.

Das haben wir für diesen Artikel gemacht – und gehen zudem der Frage nach, worauf es bei der Konfiguration des Rechners sonst noch ankommt: Welche Festplatte ist die richtige, und wieviel Arbeitsspeicher ist sinnvoll? Wie bekomme ich ein UHD-Video auf den externen Monitor? Und wann nützt mir eine gute Grafikkarte – oder brauche ich doch eher mehr CPU-Power?

Neben der verbesserten Hardware-Unterstützung greifen wir einen zweiten Trend auf: Den zum mobilen Schnitt, denn der wird nicht nur bei Outdoor-Filmern, Videojournalisten oder YouTubern immer beliebter. Laptops ersetzen zunehmend die klassischen Desktoprechner – zumal sie auch vom Preis her interessante Komplettangebote sind.

Immer unter Berücksichtigung des Schnittprogramms natürlich – denn das Zusammenspiel zwischen Hard- und Software ist unterschiedlich.

Die CPU
Quick Sync als Zauberwort

Um gleich mit der wichtigsten Komponente zu beginnen: Die CPU (Central Processing Unit) treibt den Rechner an, und somit ist eine schnelle Recheneinheit für den Videoschnitt essenziell: Schließlich beschleunigt sie alle Programmprozesse, egal ob Import, Export oder die Wiedergabe auf der Zeitleiste.

In der Regel sollte man auf eine aktuelle Intel-Corei7- CPU Wert legen. Zwar sind in vielen Laptops auch i5-Prozessoren vorzufinden, doch „performen" die i7-Kollegen besser, gerade wenn sie mit vier Kernen arbeiten.

Viel wichtiger (gerade wenn man mit Edius schneiden will) ist Intels Quick-Sync-Funktion. Die wird üblicherweise von alle Chipsätzen ab der vierten Generation unterstützt, trotzdem gibt es da noch immer Unterschiede, je nachdem, für welchen Hauptzweck der Prozessor gedacht ist. So kann ein sehr starker Prozessor (wie der für stationäre Workstations ausgelegte i7-5930K) im allgemeinen optimal für aufwendige Rechenaufgaben (wie sie eben beim Videoschnitt auftreten) sein, aber trotzdem nicht die Quick-Sync-Funktion unterstützen.

Aufmacher Schnittrechner
Mit Laptops und Netbooks lässt es sich heutzutage gut schneiden – vorausgesetzt, die Hardware stimmt. Welche Komponenten wichtig sind, erklären wir in diesem Ratgeber.
 
 
CPU
Bei der CPU setzt man am besten auf eine Intel Core i7 mit mehr als zwei Kernen und Intel-Quick-Sync- Unterstützung
Arbeitsspeicher
Beim Arbeitsspeicher sind 8 Gigabyte die unterste Grenze. 16 Gigabyte sind besser, und mit 32 Gigabyte ist man auch für die Zukunft gut gerüstet.
 

Auf der Zeitleiste bietet Quick Sync, zumindest derzeit, keine großen Vorteile. Beim Export aber spielt die Funktion eine umso größere Rolle, da Edius seit Version 8.1 noch besser darauf angepasst ist und damit deutlich schnellere Ausgabezeiten erreicht.

Im Internet findet man schnell heraus, ob die gewählte CPU zu Quick Sync kompatibel ist. Kann die Software die Schnittstelle auf der CPU nicht ansprechen, weil sie nicht unterstützt wird, rechnet sie unabhängig von dieser und damit langsamer. Speziell bei Edius, das hauptsächlich Wert auf CPU-Leistung legt, ist Quick Sync also wichtig.

Bestes Beispiel dafür ist die schnelle Export-Berechnung mit Edius auf dem kleinen Lenovo Netbook. Bei Premiere Pro spielt die CPU eine nicht ganz so große Rolle, wenn sie natürlich auch hier nicht schnell genug sein kann. Dort ist vielmehr die Grafikkarte der bestimmende Faktor.

Der Arbeitsspeicher
Soviel RAM ist notwendig

Der Platz im Arbeitsspeicher ist beim Videoschnitt wichtig und deshalb auch beim mobilen Rechner ein ausschlaggebendes Detail.

Warum? Durch den Arbeitsspeicher hat der Rechner, wie der Name schon andeutet, die Möglichkeit, seine Arbeitsschritte zwischenzuspeichern und quasi im „schwebenden" Zustand für einen schnelleren Abruf parat zu haben. Beim Videoschnitt fordern Arbeitsschritte wie der Import, das Berechnen sowie Abspielen der Zeitleiste (gerade bei der Echtzeitvorschau) bis hin zum Export den Rechner stark.

Bei stark komprimiertem Videomaterial ist die Belastung je nach Codec für den Rechenknecht unterschiedlich – hoch ist sie aber allemal. Doch nicht nur das Schnittprogramm lagert für seine Rechenvorgänge in den Arbeitsspeicher aus. Das Betriebssystem zwackt in der Regel um die zwei bis drei Gigabyte ab, und auch andere Programme wie Browser, Antiviren- Software oder jede als Hintergrundprozess laufende Applikation belegen den Arbeitsspeicher. Premiere Pro CC etwa zeigt über die Programmeinstellungen an, wie viel Arbeitsspeiuntercher insgesamt für die Software zur Verfügung steht, und auch Edius lässt die Menge des Arbeitsspeichers für die Auslagerung bestimmen.

Dementsprechend ist es wichtig, dass dem zukünftigen Schnittrechner nicht bereits vorab die Puste ausgeht und er über ausreichend RAM (Random-Access Memory) verfügt. Unterste Grenze sind 8 Gigabyte, 16 Gigabyte sind zu empfehlen, und mit 32 Gigabyte ist man auch für die nächsten Jahre gut gerüstet. Wer also auf Nummer sicher gehen will, sollte gleich auf 32 Gigabyte setzen, wenn auch bei mobilen Rechnern entsprechende Konfigurationen eher selten sind.

Im Idealfall kann man aber (wie etwa bei Apple oder Dell) die maximale Speichermenge selbst über die Konfigurations- Zusammenstellung auf der Bestellseite bestimmen.

 

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