PT 2016

Ratgeber: Gepäck für Filmer - Packregeln

Wohin mit all dem Plunder? Wer zum Dreh loszieht, kämpft mit wechselnden Bedürfnissen und Anforderungen – je nach Fortbewegungsmittel. Wir nehmen uns der Transportlogistik in der Praxis an. Im zweiten Teil dreht sich alles um die Packregeln, sprich was man braucht, wie viel und was man eher zu Hause lässt.
 

Packregeln

Weil ich es selbst immer wieder falsch mache, habe ich mir inzwischen eigene Packregeln aufgestellt.

1. Genügend Speicherkarten hat man meist dabei – aber sind die Materialien darauf auch alle gesichert? Besser ist's, man checkt das in Ruhe und formatiert die Karten in der Kamera – noch bevor man die Akkus lädt.

2. Ein vor zwei Wochen geladener Akku hat schon nicht mehr die volle Kapazität – vor allem, wenn er etwas älter ist. Also erfolgt die Ladung vor dem Dreh; nur ganz leere Akkus sollten auch nach dem Dreh eine „kleine Ladung" (60 Prozent) bekommen, damit sie nicht kaputt gehen. Achtung: Es gibt immer wieder Geräte mit ungünstig positioniertem Schalter, so dass sich das Gerät beim Einpacken oder beim Transport einschalten kann. Also: Akkus nicht in die Geräte einlegen, sondern getrennt transportieren.

3. Das Equipment auf das Nötigste reduzieren. Wer mich dann losziehen sieht, glaubt es mir kaum, aber tatsächlich überlege ich bei fast jedem Teil, ob es für diesen Einsatz sinnvoll ist. Kurz: Außer der Kamera, dem Kabelnotfall-Set und dem Mikrofon wird alles aus dem Koffer aus- und dann gezielt wieder eingeräumt. Ich verzichte lieber auf Ladegeräte und packe dafür einen weiteren Akku ein.

4. Gerade bei Reportagen ist es schwierig vorher einzuschätzen, ob man nun ein Stativ benötigen wird oder nicht. Im Zweifel entscheide ich mich dagegen, setze auf kleine Tisch- und Klemmstative für Kamera und Mikrofon. Das bietet dann zwar weniger Freiheit und mehr statische Motive, aber meist kann man damit gut leben. Ist klar, dass man ein Stativ benötigt, bleibt immer noch die Frage: Welches? Einen guten Mittelweg aus Gewicht und Funktion habe ich mit dem leichteren Karbon-Bruder des für Heft 05/2015 getesteten Cullmann Concept One gefunden.

5. Stets alle Kabel noch einmal überprüfen – das bekomme ich dann doch nicht hin. Deshalb sind einige Kabel ihren Geräten eindeutig zugeordnet. Also dem Monitor, der immer mit zwei unterschiedlichen HDMI-Kabeln verpackt ist. Auch dem Mikrofon sind immer zwei unterschiedlich lange XLR-Kabeln sowie Adapter auf Klinke zugeordnet. Die Praxis bei Flugreisen hat mich gelehrt: lange Kabel nicht gesammelt an einem Ort transportieren, denn durch die Kabelabschirmung sieht die Flugsicherheit dann nur noch einen dunklen Klotz und muss sich das Gepäck genauer ansehen.

Für den Rest gibt's bei mir ein Notfall-Set mit unterschiedlichen USB-Kabeln, kompaktem USB-Netzteil, verschiedenen Adaptern und In-Ear-Kopfhörern.

Packregeln web
Im Kabel-Notfallset sind verschiedene Adapter und Utensilien wie weitere Speicherkarten, kleines Werkzeug und ein Putztuch. Die Kleinteile wiegen nicht viel und sind immer mal nötig.

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