PT 2016

Im Test: 4K-Softwareplayer - VideoLAN VLC Media Player

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Den VLC Media Player von VideoLAN bekommt man auf der offiziellen Homepage des Entwicklers zum kostenfreien Download. Doch kann er gegen den CyberLink PowerDVD Player bestehen?
 

VideoLAN VLC Media Player

Hat man ein 64-Bit-Windows installiert, sollte man auch die entsprechende Installationsdatei für den VLC Media Player in 64-Bit herunterladen. Auf der Startseite preist VideoLAN nämlich lediglich die 32-Bit-Variante mit einem großen Download-Symbol an. Die Installation der lediglich 28,5 Megabyte großen Programm-Datei gelingt problemlos.

Wer sich mit den benutzerdefinierten Installations-parametern auskennt, sollte hier einen Blick riskieren, um bestimmte Zugriffsrechte für den Software-Player festzulegen oder das automatische Einklinken in den Webbrowser zu verhindern. Der Installations-Vorgang selbst nimmt nur wenige Sekunden in Anspruch, danach kann man das Programm direkt starten.

Bei Design und der Bedienbarkeit liegt der VLC Media Player weit hinter dem Power DVD 15: Die mausgraue Farbgebung ist nicht sonderlich hübsch, die Programm- Oberfläche etwas unübersichtlich und zu kleinteilig aufgebaut. Wer möchte, kann allerdings eine der zahlreichen alternativen „Skins" von der VideoLAN-Website herunterladen und das Aussehen damit individualisieren.

Selbst die Werkzeugleiste mit den verschiedenen Bedienelementen lässt sich modifizieren. Über die Menüleiste oben steuert man Optionen, Einstellungen und kann Informationen wie Codec und Bildrate zu seinen Medien-Clips abrufen.

Der Menü-Baum (links im oberen Bild) erlaubt die Navigation durch einzelne Quellgeräte und das direkte Abrufen von Mediendateien. Allerdings funktioniert das hier nicht so intuitiv wie beim CyberLink-Pendant, und die Miniaturen werden nicht immer richtig angezeigt.

Damit die gewünschten Videoclips in die Wiedergabe-Liste gelangen, muss man sie per Rechtsklick erst vom entsprechenden Datenträger anwählen. Praktischerweise kann man hierfür gleich eine Ordner-Suche festlegen (damit die Wiedergabe-Liste aber auch beim Neustart noch besteht, muss man sie speichern).

Übers Netzwerk kann der VLC-Player ebenfalls Dateien abrufen, allerdings funktionierte das in unserem Test nicht über die extra dafür vorgesehenen Menüpunkte links, sondern lediglich über die Auswahl-Funktion aus dem Explorer – dann klappte es aber problemlos. Bei der Format-Kompatibilität zeigt sich der Software-Spieler von VLC sehr offen.

Alle von uns getesteten Amateur-Formate spielt er problemlos, bei Interlaced-Material empfiehlt sich am Computer-Monitor die Zuschaltung des „De-Inter-lacers" über die Video-Einstellungen, womit das sichtbare „Bild-Zerreißen" kompensiert wird. UHD-Dateien des Panasonic WX979, Sony HDR-AXP33 und der HM200 und LS300 von JVC spielten ohne Bildfehler, gefühlt aber etwas ruckeliger als mit dem Power DVD 15. Unser HEVC-Video der Samsung NX 1 klappte ebenfalls fehlerfrei und flüssig.

Auch der VLC Media Player bietet diverse Einstellungen für eine „Live-Korrektur" des Videobildes während der Wiedergabe. So lassen sich etwa Helligkeit, Kontrast, Sättigung, Gamma sowie die Schärfe anhand von Schiebereglern beeinflussen.

Aufmacher VLC
Sind Software-Player bei der 4K-Präsentation eine Alternative für Filmer? Wir haben's mit dem CyberLink Power DVD 15 Ultra und VLC Media Player ausprobiert.
 
 
Oberfläche VLC
Im Vergleich mit dem Power DVD 15 wirkt die Oberfläche des VLC Media Player ziemlich trist und unübersichtlich. Wie man sieht, sind unsere ausgewählten Clips nicht gut zu erkennen: Die Miniaturen werden nicht angezeigt.
Anpassung VLC-
Auch beim VLC Media Player lassen sich Video-Korrekturen direkt zuschalten und somit Schärfe oder Farbe nachträglich verändern. Dann aber muss der Rechner stärker schuften. Was zu einer ruckelnden Wiedergabe führen kann.
 

Auch ein Overlay in Form eines Logos kann man zuschalten und zudem diverse Farbton- Einstellungen treffen. Insgesamt ist der VLC Media Player hier etwas ausgereifter als das Gegenstück von CyberLink, wird dadurch aber auch komplizierter. Wie schon beim Power DVD 15, braucht die Live-Korrektur während der Wiedergabe einen leistungsstarken Rechner.

Mit UHDund 4K-Video stellte sich die Wiedergabe auf unserem Laptop komplett ein, sobald wir die Schärfe-Einstellung aktivierten. Full-HD-Video funktionierte gut, stockte aber ebenfalls leicht. Die Quintessenz: Man sollte in der Regel lediglich fertig geschnittenes und korrigiertes Material mit den Software-Spielern wiedergeben.

Die internen Korrektur- Funktionen fordern das Notebook gerade bei UHD-Material sehr stark. Direkt auf YouTube oder Vimeo kann man mit dem kostenfreien Medienspieler nicht zugreifen, da hat CyberLink die Nase vorn.

Dafür stehen diverse Podcasts und Internet-Radio- Sender bereit, die man nach einer kurzen Ladezeit direkt anhören kann.

Fazit

Der Test macht eines deutlich: Software- Player sind zurzeit die einzig sinnvolle Option, um eigene UHD-Filme sicher auf den TV-Schirm zu bekommen – den passenden Rechner vorausgesetzt. CyberLinks Power DVD punktet vor allem bei der Oberflächen-Gestaltung, den ausgereiften Online- und Cross-Media-Features sowie bei der Bedienung. Hier ist die kostenpflichtige Software dem kostenfreien VLC Media Player deutlich überlegen.

Das Bedienkonzept ist intuitiv und komfortabel gelöst. Beim VLC muss man erst mühsam durch diverse Unter-Menüs und -Fenster klicken, die altbacken gestaltet sind. Profis haben damit kaum ein Problem, Neulinge verstehen teils nur Bahnhof. Somit eignet sich der kostenfreie Spieler vor allem für Bastler und Computer-Kenner, die viel Wert auf „Einstellbarkeit" legen. Die Video-Kompatibilität hingegen ist nahezu gleichwertig: Beide Programme spielten die von uns getesteten UHD-Dateien ohne Probleme, selbst auf einem nicht mehr ganz taufrischen Dell-Laptop.

Viel wichtiger ist hier, dass die Grafikkarte und somit der Rechner eine Auflösung von 3840 mal 2160 Pixeln verarbeiten und via HDMI auch ausspielen kann. Dann steht der UHD-Filmwiedergabe, egal ob mit dem Power DVD 15 oder VLC Media Player, eigentlich nichts mehr im Wege.

Ob der Fernseher das Signal dann zuverlässig entgegen nimmt, steht allerdings wieder auf einem anderen Blatt.

Der Test besteht aus zwei Teilen:

1. Teil: CyberLink Power DVD 15 Ultra
2. Teil: VideoLan VLC Media Player (Testergebnisse)

 
 

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