PT 2016

Sony VPL-VW 300 ES: 4K-Heimkino-Beamer im Test

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Der VPL-VW 300 ES ist die günstigere und technisch etwas abgespeckte Variante des VPL-VW 500 ES. Trotzdem ist auch er ein vollwertiger 4K-Projektor und hat das SXRD-Panel für Filmpräsentationen mit bis zu 4096 mal 2160 Pixeln. Größter der drei Beamer ist nach wie vor der VPL-VW 1100 ES, der aber mit einem mehr als doppelt so hohen Preis auch eine Liga weiter oben spielt. VIDEOAKTIV hat den kleinsten der Drei zum Test gebeten.
 

In der Automobil-Branche würde man es „Serienausstattung" nennen, was der VPL-VW 300 ES von Sony im Vergleich mit seinen beiden größeren Brüdern zu bieten hat: Er entspricht im Grunde dem VPL-VW 500 ES (hier im Test), verzichtet aber auf Schnickschnack bei der Technik und hat ein Objektiv mit Kunststoff-Elementen integriert. Eine Glasoptik gibt's nur beim Flaggschiff-Modell VPL-VW 1100 ES. Das bedeutet aber nicht, dass der VPL-VW 300 ES ein Schnäppchen wäre.

Die Veränderungen zum VW 500 ES beschränken sich vor allem auf die Automatikfunktionen der Optik – und so richtet sich der 4K-Projektor mit seinen rund 7000 Euro noch immer an gehobene Film- und Heimkino- Fans, die ein professionelles und einwandfreies Videobild erwarten.

Ausstattung

Das Gehäuse und damit das Aussehen hat der VPL-VW 300 ES vom großen Bruder geerbt: Er gleicht dem VPL-VW 500 ES wie ein Ei dem anderen. Die Maße sind haargenau dieselben, das Gewicht mit 14 Kilogramm ebenfalls. Und damit ist auch klar, dass der 4K-Projektor kein Gerät für mobile Zwecke ist: Er braucht Platz, eine große Leinwand und fühlt sich fest montiert am wohlsten.

Der Kühlkörper arbeitet im geringen Lampenmodus angenehm leise, dreht bei hellster Lichtleistung aber deutlich hörbar auf. Die zwei Standfüße an der Front halten ihn sicher am Boden und lassen geringfügige Höhen-Unterschiede auf der Stellfläche ausgleichen.

Sony verzichtet beim VPL-VW 300 ES auf die vom 500er-Modell bekannte automatische Verschiebung des projizierten Bildes und die elektronische Panel-Ausrichtung. Per Fernbedienung lässt sich das aber noch immer regulieren, doch fehlt hierfür der „Lens"-Knopf am Infrarotgeber, weshalb man die Einstellung stets über die Taste direkt am Projektor anwählen muss. Im Normalfall stellt man die Bildposition aber sowieso nur einmal ein, weshalb das nicht weiter schmerzt.

Ebenfalls dem Rotstift fiel die adaptive Irisblende zum Opfer – Helligkeit und Kontrast werden bei dunklen wie hellen Szenen nicht mehr von einer automatischen Blenden-Schaltung beeinflusst.

Die Anschlussleiste fällt genau so schmächtig aus wie beim großen Vorbild: An Video-Buchsen ist lediglich zweimal HDMI vorhanden, analoge Schnittstellen gibt es keine. Der zweite HDMI-Port ist für HDCP 2.2, den neuen Verschlüsselungsschutz für Ultra-HD-Inhalte, gerüstet und verarbeitet 4K mit bis zu 60 Bildern bei 4:2:0-Farbsampling und 8 Bit.

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Der 4K-Projektor VPL-VW 500 ES lieferte in Ausgabe 6/2014 ein hervorragendes Testergebnis ab. Wie gut sich der kleine Bruder VPL-VW 300 ES schlägt, lesen Sie hier.
Fernbedienung
Die Fernbedienung gleicht der von kleineren HW-Modellen, wie dem Sony VPL-HW 50 ES (Test in Ausgabe 2/2013). Sie liegt gut in der Hand und bietet beleuchtete Tasten. Leider fehlt der Direktschalter für die Einstellung der Optik.

Bedienung

Die Fernbedienung gleicht denen der kleineren HW-Modelle, ist etwas lang und liegt gut in der Hand, allerdings fehlen ihr die Direktasten für Fokus, Zoom und den Lens Shift.

Dafür sind die Knöpfe schön groß, beleuchtet und haben einen angenehmen Druckpunkt. Der Signalgeber ist übersichtlich gegliedert und liefert praktische Direktschalter für Kontrast, Schärfe und Helligkeit.

Wie schon beim VPL-VW 500 ES ist das Steuerkreuz der Fernbedienung aber auch hier manchmal etwas ungenau. Die Bedienung gelingt alternativ auch direkt über Tasten am Gerät. Das grauschwarze Menü entspricht dem großen Bruder und ist logisch strukturiert, wenn auch manche Begriffe dem Laien nicht auf Anhieb klar sind. Hier hilft ein Blick in die Bedienungsanleitung, die lediglich digital auf CD vorliegt. Fehlerhafte Übersetzungen gibt's zum Glück keine mehr.

Der Heimkino-Fan kann detailgenau das Bild bestimmen. So lassen sich die einzelnen Farbkanäle für RGB manuell festlegen und via Testbild Fokus, Bildgröße, Konvergenz und Seitenverhältnis optimal bestimmen. Es gibt acht vordefinierte Bild-Modi plus einen für benutzerdefinierte Einstellungen. Der Projektor ist bereits von Werk gut abgestimmt: Der Modus „Referenz" liefert hier den besten Bildeindruck und bedarf nur noch wenig Feinjustage.

Bildqualität

Der VPL-VW 300 ES zeigt insgesamt ein sehr helles und kontraststarkes Bild, wenn es auch geringfügig dunkler ist als das des VPL-VW 500 ES. Im abgedunkelten Heimkino macht das aber kaum einen Unterschied. Einzelne Farbabstufungen für Rot, Grün und Blau zeigt er korrekt und sehr differenziert. Zu harte Farbverläufe bei Himmel- oder Unterwasser-Szenen behebt der Sony-Beamer über die Einstellung „weiche Übergänge" erstaunlich gut.

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