PT 2016

Im Test: USB-Mikrofon - Miktek ProCast Studio Station

Nashville, Tennessee ist bekannt als Musik-Hauptstadt der USA. Außer Country kommt von dort aber auch praktische Technik für Filmer – wie die Sprecher-Station ProCast von Miktek.
 

Die Firma Miktek kam in VIDEOAKTIV bislang noch nicht vor, umso mehr Eindruck machte die schwere Audiostation ProCast schon beim Auspacken: Das schier unverwüstliche Vollmetall-Pult ist fest mit dem Mikrofon-Arm verbunden. Der lässt sich in der Pulthalterung (fast etwas zu leicht) drehen und flexibel in der Höhe verstellen, so dass man am Sprecheroder Schneidetisch ohne Probleme eine ideale Position findet.

Das Sprechermikro ist fest verdrahtet und technisch gesehen ein Kleinmembran-Kondensator mit Nierencharakteristik. Im Pult selbst steckt ein Zwei-Kanal- Audiointerface, also im Grunde eine externe Soundkarte, die jeweils zwei analoge Audiosignale per AD-Wandler digitalisiert und in Echtzeit über USB an einen Computer schickt.

Gleichzeitig kommt darüber das mit einer beliebigen Recording-Software aufgenommene Mix- Signal wieder ins Pult zurück und wird dort nach der DA-Wandlung zur Soundkontrolle an zwei Kopfhörerbuchsen ausgegeben.

Diese Buchsen sind beide als Miniklinken (3,5 Millimeter) ausgeführt. Das ist für Kopfhörer nicht weiter schlimm, beim zweiten Ausgang etwas ungewöhnlich, da der auch für den Anschluss aktiver Monitorlautsprecher gedacht ist, die normalerweise mit großer Klinke oder XLR angedockt werden – nur Einfachst-Boxen laufen über Miniklinke.

Hier muss man mit Adapterkabeln arbeiten. Das ist aber der einzige Kritikpunkt, der eigentliche Betrieb funktioniert reibungslos: Studio Station über USB an den Rechner anschließen – spezielle Treiber sind nicht nötig, das ProCast funktioniert mit den Bordtreibern von Windows wie Apple-OS.

Das integrierte Studiomikrofon belegt Kanal 1, auf Kanal 2 lässt sich über ein mitgeliefertes Mini-XLR-auf-XLR-Kabel ein beliebiges weiteres Mikro anschließen, das wie das interne über Phantom-speisung betrieben werden kann.

Alternativ sind die zwei Eingangskanäle auch auf Line-Pegel umzustellen, um über die großen Klinken auf der Pultrückseite ein Stereosignal einzuspeisen. Wohlgemerkt: Es können immer nur maximal zwei Kanäle auf einmal zum Rechner geschickt werden.

ProCast
Die ProCast Studio Station besteht aus drei Teilen: dem robusten Metallmischpult, dem flexiblen Armausleger und dem Sprechermikrofon.
ProCast1
Auf der Pultrückseite liegen ein zweiter Kopfhörerausgang, die USB-Schnittstelle, ein zweiter Mikrofoneingang mit Mini-XLR sowie zwei Line-Eingänge als große Klinkenbuchsen.
 
ProCast Anschlüsse

Testergebnisse

Hersteller: Miktek
Produkt: ProCast Studio Station
Preis: 356 Euro
Internet: www.sound-service.eu

Fazit:

„USB Microphone Audio Interface" nennt Miktek seine Lösung – und das trifft es: Für relativ wenig Geld bekommt man eine Kombination aus Mischpult, Audiointerface und Mikro – im wahrsten Sinn des Wortes aus einem Guss.

URTEIL: sehr gut
Preis/Leistung: sehr gut

Die Signale werden über Schieberegler vorgepegelt, die anfangs noch schwergängig sind – das muss kein Nachteil sein, sondern verhindert unbeabsichtigtes Verstellen. Per Drehregler wählt man zwischen dem Live-Signal oder der verzögerten Rechnerstimme.

Die Sprachqualität ist absolut brauchbar, auch wenn das Kleinmembran- Mikro nicht ganz mit der Klangfülle und Brillanz eines Studio-Großmembranmikros mithält. Musikalische Filmer können ihre Werke auch gleich mit Gesang und Gitarre oder einem anderen Instrument vertonen. Eine einfachere und günstigere Lösung dafür werden sie kaum finden.

Weitere Tests im Sound-Kapitel:

 

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