PT 2016

Erstes Hands-on: Fujifilm X-H1 - Systemkamera mit Cinema-4K und UHD

Fujifilm will es wissen: Die APS-C-Systemkamera X-H1 richtet sich nicht nur an Profi-Fotografen, sondern auch an anspruchsvolle Filmer. Wir waren bei der Vorstellung der Kamera direkt vor Ort und können bereits erste Eindrücke in diesem Hands-on liefern.
 

Technische Details und Aufzeichnungsformate

Die bisherige X-T2 hatte schon manchen Filmer aufhorchen lassen, aber mit der nun vorgestellten APS-C-Wechseloptikkamera X-H1 steigt Fujifilm wirklich in die Profiliga ein: Sie filmt in Cinema-4K (17:9) mit 24p und 23,98p sowie in UHD (16:9) mit 29,97p, 25p, 24p oder 23,98p mit Datenraten von bis zu 200 Megabit pro Sekunde.
In Full-HD bietet die Kamera außerdem Zeitlupen mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde. Gegenüber der T2 soll die H1 rund 20 professionelle Videofunktionen zu bieten haben. (Alle Formate und Datenraten im Detail - siehe zweite Spalte ganz unten).

Dazu gehören Timecode, ein besseres internes Mikro, die F-Log-Funktion, hohe Dynamik mit 12 Blendenstufen sowie Filmsimulationen wie die „Eterna“-Funktion für sanftere Farben, die mehr Zeichnung in Lichtern und Schatten bringen soll.
Als technische Basis dient der H1 der von der T2 her bekannte X-Trans CMOS III mit 24,3 Megapixel (effektiv), der im APS-C-Format mit 23,5 x 15,6 Millimeter arbeitet und bei 4K einen 1,7er-Crop aufweist.
Zum ersten Mal baut Fujifilm einen internen 5-Achsen-Bildstabilisator ein, der über den beweglichen Bildwandler realisiert wird. Der IBIS teilt sich bei X-Objektiven mit eigenem Stabilisator gegebenenfalls die Antiwackelkorrektur und soll vor allem hochfrequentes Handzittern bekämpfen, während größere Wackler eher die Domäne der optisch stabilisierenden Objektive ist.

Unser erster Eindruck

VIDEOAKTIV konnte die X-H1 bei einem Ortstermin schon in Augenschein nehmen, die durchaus zu beeindrucken wusste. Neben der sehr stabilen Konstruktion des Gehäuses und der Bedienelemente überzeugten bei ersten Testaufnahmen die natürlichen und dennoch warmen Farben sowie das sehr rauschfreie Verhalten des Sensors bei Aufnahmen unter absoluten Lowlight-Bedingungen. Die Bilder der X-H1 wirken sehr filmisch – und sind trotzdem sehr nah an der Realität. Entsprechende Testaufnahmen werden wir noch bereitstellen.

Fujifilm X H1 front web
Mit der APS-C-Systemkamera X-H1 will Fujifilm künftig auch bei professionellen Filmern punkten.
Fujifilm X H1 lcd web
Die H1 versammelt die Videofunktionen in einem eigenen Film-Menü.
Fujifilm x H1 rig web
So sieht die H1 aufgeriggt für den Profieinsatz aus.
Fujifilm X H1 C4Kmenu web
Die H1 beherrscht sogar Cinema-4K im 17:9-Format mit maximal 30p.
Fujifilm X H1 UHDmenu web
Wer nicht fürs Kino arbeitet, der wird eher bei den 4K-UHD-Modi fündig, die bis 30p arbeiten. 50p ist ausgegraut und nicht verfügbar.

Was bei der Bedienung schon auffiel: Die X-H1 hat keinen speziellen Videoauslöser, aber ein sehr griffiges Gehäuse. Fuji-typisch lassen sich die Grundparameter über die Drehräder einstellen. Außerdem gibt es oben auf der Kamera ein Info-Display. Die Videofunktionen sind im Menü in einer eigenen Sektion zusammengefasst.
Die Kamera arbeitet ausschließlich in 8 Bit – auch über HDMI und externe Aufzeichnung lässt sich nicht mehr herausholen. Das Fujifilm-Statement dazu: „8 Bit mit 200 Megabit/Sekunde ist besser als schlechtes 10 Bit-Video“.

Wichtig für Eventfilmer, die lange Passagen am Stück aufzeichnen wollen: Im 4K-Modus werden Aufzeichnungen nach 15 Minuten beendet, bei Full-HD sind maximal 20 Minuten drin.
Filmer dürfen sich auch auf neue X-Mount-Versionen der bisherigen E-Mount-Zoomoptiken der MK-Reihe freuen, die im Juni in den Handel kommen sollen und ohne das typische „Atmen“ beim Zoomen und Fokussieren auskommen sollen und zudem Zooms ohne Abweichungen von der optischen Achse möglich machen sollen.

Die Fujfilm X-H1 ist ab März zu einem Preis von 1899 Euro (nur Gehäuse) zu haben. Daneben wird es auch Versionen mit Zoomoptik und Power-Grip geben. Der ausführliche Test in VIDEOAKTIV folgt.

Aufzeichungsformate und Datenraten im Detail:

  • 4K (4096×2160): 24p / 23,98p - 200Mbps / 100Mbps / 50Mbps
    Die max. Aufzeichnungsdauer einer einzelnen Datei beträgt 15 Minuten.
  • 4K (3840×2160): 29.97p / 25p / 24p / 23.98p - 200Mbps / 100Mbps / 50Mbps
    Die max. Aufzeichnungsdauer einer einzelnen Datei beträgt 15 Minuten.
  • Full-HD (2048×1080): 59.94p / 50p / 29.97p / 25p / 24p / 23.98p - 100Mbps / 50Mbps
    Die max. Aufzeichnungsdauer einer einzelnen Datei beträgt 20 Minuten.
  • Full-HD (1920×1080): 59.94p / 50p / 29.97p / 25p / 24p / 23.98p - 100Mbps / 50Mbps
    Die max. Aufzeichnungsdauer einer einzelnen Datei beträgt 20 Minuten.
  • Full-HD (1920×1080, High-Speed-Aufnahme): 120p / 100p – 200Mbps
    Die max. Aufzeichnungsdauer einer einzelnen Datei beträgt 6 Minuten.
  • HD (1280×720): 59.94p / 50p / 29.97p / 25p / 24p / 23.98p – 50Mbps
    Die max. Aufzeichnungsdauer einer einzelnen Datei beträgt 29 Minuten.

Mit dem Power-Booster-Handgriff kann die individuelle Aufzeichnungsdauer im 4K- und Full-HD-Modus auf ca. 29 Minuten erweitert werden.

 

Weitere Workshops und Tests:


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