PT 2016

Leser-Test: Die Cyberlink Director Suite in der Praxis

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Da ich mit originalem 24 Mbit/s AVCHD Rohmaterial und nur einer Festplatte getestet habe, erwartete ich eine stark ruckelnde Vorschau. Doch ich wurde überrascht: Video um 180 Grad gedreht, Bild-in-Bild-Effekt angewandt und diesen noch mit einem Schatten und einer Reflexion versehen und immer noch kein Ruckeln. Und das, obwohl meine Grafikkarte nicht die neueste und schnellste ist – beeindruckend. Beim zusätzlichen Anwenden einer Farbkorrektur im ColorDirector stürzte das Programm allerdings ab. Das sollte bei einer Software, die vornehmlich auch ambitionierte Amateure ansprechen will, heutzutage eigentlich nicht mehr vorkommen, auch nicht, wenn Sie einen großen Funktionsumfang aufweist und nur den Bruchteil einer Profisoftware kostet. Die zahlreichen Effekte lassen sich dafür einfach einarbeiten. Für mich war es somit kein Problem Überblendungen, Partikel- und Bild-in-Bild-Effekte zu realisieren.

Eine Software Suite mit einem derart großen Funktionsumfang verleitet natürlich zum Experimentieren und Spielen. Allein der „Partikel-Generator", der bei anderen Schnittprogrammen teuer dazugekauft werden muss, liefert tolle Ergebnisse, von Schnee über Nebel bis hin zum Feenstaub. Zahlreiche Überblendungen und Masken lassen einem die Qual der Wahl. Einzig die Option das Bild-im-Bild perspektivisch Verzerren zu können, habe ich vermisst. Dafür wird man durch eine Vielzahl anderer Effekte und Masken mehr als entschädigt.

Auch die Nachvertonung des eigenen Projektes geht einfach und komfortabel vonstatten. So war es mir möglich mit dem Audiodirektor ein Knacken im Originalton auf ein nahezu unhörbares Maß zu reduzieren, und das trotz Geräuschkulisse im Hintergrund. Allerdings darf man keine Wunder erwarten und man sollte wissen was man tut, ansonsten hört sich der Ton schnell zu verzerrt an.

Ausgabe

In das Authoring-Tool mit seinen vielen Vorlagen habe ich nur kurz hineingeschnuppert. Aber auch hier ist eine Individualisierung der Schablonen und die Erstellung völlig eigener, dank des integrierten Designers, eine sehr einfache Sache. Das Authoring ist logisch und übersichtlich aufgebaut und bietet eine Fülle an detaillierten Anpassungsmöglichkeiten.

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"Das Authoring ist logisch und übersichtlich aufgebaut und bietet eine Fülle an detaillierten Anpassungsmöglichkeiten."
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VIDEOAKTIV-Leser und Forums-User HotCookie ist von der Leistungsbreite der Directors Suite sehr angetan.

Mein Projekt habe ich Testweise als DVD- und BluRay-Struktur auf Festplatte ausgeben lassen. Das klappte reibungslos und auch die Wartezeit hielt sich mit Echtzeit für eine DVD und dreimal Echtzeit für eine BluRay in einem erträglichen Rahmen. Die Ausgabe als Videodatei H.264-komprimiert als AVCHD mit 24 mbit/s (wie die Quelldateien) hat mich dann aber doch ein wenig ernüchtert. Eine knappe Stunde Berechnungszeit wurde für rund 6 Minuten Original-Video anvisiert. Das kann mein Edius auf derselben Hardware wesentlich schneller, auch wenn zahlreiche Effekte enthalten waren und meine Hardware für den Videoschnitt nicht ganz optimal ist. Die Qualität der exportierten DVD und BluRay war aber einwandfrei und reicht für meine Ansprüche vollkommen aus.

Ich habe hauptsächlich den PowerDirector 11 getestet, von dessen immenser Leistungsbreite ich sehr angetan bin und den ich sicherlich nutzen werde. Ebenfalls habe ich im AudioDirector meinen Originalton optimiert. Auch dieses Modul wird bei mir in Zukunft sicher Verwendung finden. Den ColorDirector werde ich eher selten einsetzen. Obwohl dieser ein einfaches Tool für bewegte Masken mit automatischer Bewegungsverfolgung beinhaltet, fehlt mir die Möglichkeit Verfolgungsmasken mit Hilfe von Knotenpunkten und Bezierkurven genau an Objekte anzupassen. Weniger bis gar nicht nutzen werde ich wohl den PhotoDirector, da ich Photoshop CS4 besitze und dieses meiner Meinung nach bei Funktionsumfang wie Präzision und Workflow mehr zu bieten hat. Für eine simple Bildbearbeitung hält aber auch der PhotoDirector einige Tools bereit.

Fazit

Die Cyberlink Director Suite bietet dem Cutter eine schier endlos scheinende Vielfalt an Funktionen und Möglichkeiten. Der Schnitt selbst geht schnell von der Hand und mit Hilfe der zahlreichen Automatiken und Vorlagen lassen sich schnell erstaunliche und gute Resultate erzielen. Aus diesem Grund halte ich die Cyberlink Director Suite für ein erstklassiges Schnittprogramm für Hobbyfilmer, die aus ihrer Videosammlung vorzeigbare und spannende Filme kreieren möchten. Hierfür bietet die Suite alle notwendigen Werkzeuge und wird beim Betrachter der fertigen Videos teilweise Verzückung und Erstaunen auslösen, wie unterhaltsam doch plötzlich die endlosen Familienvideos geworden sind. Auch für fortgeschrittene Filmer hält die Suite einiges an Potenzial bereit.

Videofilmer, die bereits mit Profisoftware wie Grass Valley Edius oder Adobe Premiere Pro gearbeitet haben, werden aber aufgrund besser durchdachter Details, und einem daraus resultierenden schnelleren Workflow, wohl eher bei ihrer Profisoftware verbleiben. Doch was es auf jeden Fall zu beachten gilt: Die gesamte Suite mit ihrem enormen Funktionsumfang kostet nur einen Bruchteil des Preises mancher Profi-Kollegen, da dürfte dem Hobby-Cutter die Wahl sehr leicht fallen.

persönliche Gesamtnote: gut

 

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