PT 2016

RatRig V-Slider, -Mini: kompakter Kamera-Slider im Test

Wer billig kauft, kauft zweimal: Diese Weisheit gilt bei diesen Slidern nicht. Wir haben mit dem V-Slider und V-Slider Mini von RatRig zwei Video-Gleiter für mittelschwere Kameras in der Praxis ausprobiert.
 
Ein Slider, der weniger wiegt als ein Leichtstativ, auch nicht größer ist und kaum mehr kostet – es fällt schwer zu glauben, dass das gut funktioniert. Andererseits: Für Filmer, die auf eine kompakte Ausrüstung Wert legen, die beim Flug ins Handgepäck passt, hochinteressant. Im Onlineshop von Enjoyyourcamera ist uns diese Alternative aufgefallen: Der RatRig Mini-Slider wiegt gerade mal 290 Gramm und findet mit einer Länge von 35 Zentimetern selbst in einer gut gefüllten Kameratasche noch Platz. Und auch der Preis ist mit 65 Euro mehr als konkurrenzfähig. Wir haben das kleine Ding bestellt – und zum Vergleich noch die größere und etwas robustere Variante mit 60 Zentimetern Länge. Geliefert wurden die beiden Schienen in einer einfachen Verpackung, in der weder eine Anleitung noch Zubehör oder Werkzeug zu finden waren – nur eine Karte mit dem Hinweis auf die Online-Anleitung. Die allerdings nicht wirklich nötig ist, denn die Slider erklären sich nahezu von selbst: An der Schienenunterseite ist jeweils eine Platte mit einer Gewindebohrung angebracht, mit der sich die Schiene auf einem Stativ befestigen lässt. Bei dem kleineren Modell ist das ein 1/4-Zoll-Gewinde, bei der größeren Variante ein 3/8-Zoll-Gewinde – wer die Schienen auf einem Stativ mit dem jeweils anderen Anschluss betreiben möchte, braucht also eine Adaptierung. Die Schienen selbst sind aus schwarz lackiertem Aluminium gefertigt, die darauf vormontierten Schlitten haben Räder aus Polymer-Kunststoff, die praktisch geräuschlos in den Seitenschlitzen der Schiene gleiten. Eine Schraube, die von Hand zugedreht werden kann, dient als Bremse. An beiden Enden der Schienen sind Kunststoffdeckel angebracht, die verhindern, dass die Kamera aus der Schiene herausgleitet. Alle Schrauben lassen sich mit einem Inbusschlüssel unproblematisch lösen. Oben auf dem Schlitten befindet sich jeweils ein 1/4-Zoll-Gewinde, auf dem ein Stativkopf mit Kamera angebracht werden kann; je nach vorhandenem Kopf ist hier eine weitere Adaptierung nötig. Auch Actioncams lassen sich über Adaptierungen hier anbringen.
RatRig V Slider claaßen web
Der V-Slider erlaubt mit einer Schienenlänge von 60 Zentimetern auch längere Gleitfahrten. Er kann auf jedem handelsüblichen Stativ befestigt werden.
RatRig V Slider mini kamera claaßen web
Etwas filigraner, aber auch deutlich leichter: der V-Slider Mini.
RatRig V Slider mini claaßen web

Testergebnisse

Hersteller   RatRig
Produkt   V-Slider / V-Slider Mini
Preis   85 Euro/65 Euro
Internet   ratrig.com; enjoyyourcamera.de
Kurzfazit   Ein durchdachtes System, einfach zu bedienende und zuverlässig funktionierende Produkte zu einem fairen Preis. Und das dann auch noch in Europa hergestellt (der Firmansitz von RatRig ist in Portugal). Wer nicht auf jedes Gramm achten muss und auch Kamerabewegungen über längere Distanz umsetzen will, greift zum V-Slider 60. Wer den Slider stets dabei haben will, nimmt den noch kompakteren V-Slider Mini. Mit beiden gelingen elegante Kamerafahrten ohne großen Aufwand.
Plus/Minus   + sehr leichte und günstige Slider
+ Aufbau mit gängigem Werkzeug
+ elektrischer Antrieb optional (200 €)
+ Einzelteile tausch- und nachrüstbar
Urteil   hervorragend/sehr gut
Preis/Leistung   hervorragend/hervorragend

Die Schienen wirken sehr robust, und mit ruhiger Hand lassen sich Bewegungen – parallel und auch auf das Motiv zu oder davon weg – sehr präzise realisieren. Je nachdem, wie schwer die Kamera ist, die auf der Konstruktion befestigt wird, sollte ein entsprechend robustes Stativ zum Einsatz kommen. Der Hersteller gibt selbst für die kleine Schiene eine Tragkraft von sechs Kilo an – wirklich praktikabel dürfte die Arbeit mit einem solchen Gewicht allerdings nicht sein. Im Test setzten wir verschiedene Panasonic-DSLMs ein, für die das System mehr als ausreichend dimensioniert ist. Beide Schienen konnten voll überzeugen. Sie wirken robust, haltbar, und das Arbeiten damit macht richtig Spaß. Auf- und Umbau waren schnell erledigt – und es ist verblüffend, wie sehr sich Produktionen schon mit der relativ kurzen Fahrdistanz von nur 35 Zentimetern aufwerten lassen. Probleme zeigten sich nur, wenn das verwendete Stativ nicht stabil und schwer genug war. Größter Vorteil: Das ganze System ist modular. Dank Direktvertrieb können alle Einzelteile zudem leicht separat bestellt werden. So lassen sich verschlissene oder beschädigte Rollen tauschen – oder man kann bei Bedarf eine längere Schiene nachkaufen.

(Claaßen/Mohaupt)

 

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