LG 49SJ8109: UHD-HDR-Fernseher mit Nano-Cell-Technologie im Test

OLED-TVs stellen derzeit die Speerspitze bei UHD-HDR-TVs dar, wenn es um kompromisslose Bildqualität geht. LG bringt mit der SJ8109-Serie eine neue HDR-TV-Generation, die aber nicht auf OLED-Panels, sondern auf die Nano-Cell- Technologie zurückgreift, die auf LCD basiert. Damit gibt´s kräftige Farben und Kontraste sowie Dolby-Vision-Unterstützung. Wir haben den LG 49SJ8109 ausprobiert.

Einer der Vorreiter bei OLED-TVs heißt LG – und dennoch schwenkt der Hersteller parallel wieder zurück zu LCD-Displays. Dabei bieten OLED-Geräte aufgrund der selbstleuchtenden, organischen Leuchtdioden einen deutlich besseren Schwarzwert und sind deshalb nahezu prädestiniert für HDR sowie Dolby-Vision. Allerdings ist die OLED-Technik noch relativ teuer, weshalb man bei LG auf Nano Cell, eine Weiterentwicklung der Quantum-Dot-Displays, setzt und in das Testgerät ein IPS-Panel mit klassischer Edge-LED-Hintergrundbeleuchtung einbaut. Dennoch soll die Bildqualität gerade bei der Farbdarstellung und Detailvielfalt der neue „Quasi-Standard“ für LCD-TVs sein – zumindest bei LG. Dazu lässt sich positiv erwähnen, dass der 49SJ8109 auch zu Dolby Vision kompatibel ist. Also muss ein 12-Bit-Display im Fernseher stecken – auch wenn LG das in den technischen Daten nicht deutlich macht, denn das setzt Dolby Vision voraus. Mit 1299 Euro ist der LG für einen 49-Zoll-Fernseher nicht wirklich günstig, im Vergleich zu einem OLED-Kollegen aber noch relativ preiswert. Wir haben geprüft, was die Technik liefert. 

Ausstattung

Der LG 49SJ8109 ist mit 6,21 Zentimetern Tiefe ohne Standfuß relativ schmal, allerdings nicht so schmal wie ein OLED-Pendant, schließlich fordert die an den Rändern angebrachte LED-Hintergrundbeleuchtung ihren Platz.

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Hochauflösende Bilder mit einem hohen Dynamikumfang und somit mehr Farben verspricht LG durch eine relativ neue, aber auch preisgünstigere Displaytechnologie.


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Der LG 49SJ8109 misst 49 Zoll und wirkt für 4K fast etwas zu klein. Der leicht halbmondförmige Standfuß trägt das Display und die insgesamt 14 Kilogramm Gewicht aber sicher.

Die 49 Zoll des 100 Hertz IPS-Panels liefern ein noch annehmbar großes Bild, das allerdings bei zu weitem Sitzabstand zu klein wirkt. Außerdem geht dann der detaillierte 4K-Eindruck verloren – schließlich darf oder, besser gesagt, muss man an einen 4K-TV ruhig etwas näher heranrücken. Alternativ kann man die SJ8109- Modellreihe aber auch mit einem 55 oder gar 65 Zoll großen Bild ordern und den Sitzabstand so wieder vergrößern. Die Anschlussleiste offeriert vier HDMI-Buchsen für 4K-Inhalte mit 50p/60p; eine davon ist ARC-fähig (Audio Return Channel), empfängt also nicht nur ein Audiosignal, sondern leitet dieses auch digital weiter – an einen AV-Receiver etwa.

Daneben gibt‘s noch zwei USB-3.0-Anschlüsse und eine Netzwerkbuchse. Damit kann man direkt über einen externen Speicher seine Video- und Fotoinhalte abspielen sowie Fernsehsendungen aufzeichnen.

Für das Soundsystem gibt‘s einen optischen Audioausgang. Alternativ kann man hier auch die Kopfhörerbuchse bemühen. Auf analoge Schnittstellen für Composite oder Component verzichtet der Hersteller. LG setzt den 49SJ8109 auf einen ausreichend großen Standfuß, der sich aber nicht drehen lässt.

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Der LG-TV spielt Dateien sowohl vom USB-Speicher wie aus dem Netzwerk. Entsprechende Geräte werden direkt erkannt und stehen dann als Abspieler über die TV-Oberfläche bereit.

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Der integrierte Medienbrowser reagiert prompt und ist übersichtlich strukturiert, nur lädt er nicht jede Miniatur für die Vorschau. Prima sind die Sortieroptionen für Video, Foto und Datum.




Bedienung

LG packt seinem 4K-HDR-TV die „Magic Remote“ bei. Magisch ist an der Fernbedienung zwar nichts, dafür liegt sie gut in der Hand und erlaubt die Steuerung über klassische Bedienelemente oder mittels Zeigefunktion – im Stile eines Zeigestabs. Damit funktioniert gerade die Navigation im Browser besser und auch auf YouTube findet man sich schneller zurecht.Eine Kombination aus beiden Bedienstilen führte im Test zum besten Ergebnis. Schön, dass LG dabei auch an ein kleines Scroll-Rad mit Klickfunktion gedacht hat. Gerade Videobibliotheken durchforstet man so in Windeseile. Wer mag, darf dem Fernseher anhand des im Signalgeber integrierten Mikrofons auch Sprachkommandos geben und so schneller zur gewünschten Lieblingsapp springen.

Apropos App: Das Smart-TV-Angebot des LG ist reichlich. YouTube, Amazon, Netflix und weitere Video-on-Demand-Anbieter sind mit dabei und lassen sich über den „LG Content Store“ herunterladen. Dafür braucht man aber teils etwas Geduld, da der Content Store nicht immer prompt reagiert. Das im Stile einer Ziehharmonika aufgebaute TV-Menü erlaubt ein flottes Durchsuchen und Navigieren und stellt die wichtigsten Optionen umgehend bereit, ist aber etwas zu weitläufig und wirkt überladen. Über die Home-Taste auf der Fernbedienung kommt man dabei stets schnell zum Ausgangspunkt zurück.

Direkttasten gibt‘s für Netflix und Amazon.esonders gut gefallen hat den Testern der Medienbrowser. Er ist übersichtlich strukturiert und lässt neben Miniaturbildern auch eine Listenansicht anzeigen. Auch die Sortierfunktion, also ob nur Bilder, Video oder beides angezeigt werden soll, ist praktisch gelöst. Störend war nur, dass der TV nicht alle Miniaturen mit einem Vorschaubild anzeigt. Bedienelemente am Fernseher selbst gibt´s übrigens nicht. Man ist also stets auf den Signalgeber angewiesen.

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