PT 2016

Ratgeber - der richtige Monitor: Auflösung, Panel, Bilddiagonale

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Beim Kauf eines Monitors kommt es nicht nur auf Auflösung und Helligkeit an. Gerade das verbaute Panel und die integrierten Anschlüsse können ein wichtiges Kaufkriterium sein, je nach Anspruch. Daneben spielt natürlich die Ergonomie eine entscheidende Rolle; denn lässt sich der Monitor am Arbeitsplatz nicht richtig einstellen, sind Haltungsprobleme und Nackenschmerzen vorprogrammiert.
 

Klar: Dem Display respektive Panel des Monitors kommt eine Schlüsselrolle beim Kauf zu. Sieht man sich die Werbeaussagen der Hersteller an, dann zählt hier vorrangig die Auflösung, gefolgt von Helligkeit und Kontrastverhältnis – ohne Frage wichtige Faktoren für die Bildqualität. Doch auch wenn UHD-Monitore dabei sind zum neuen Standard am Arbeitsplatz zu werden, haben Bildschirme mit Full-HD-Auflösung noch ihre Berechtigung, zumindest für die Vorschau, wenn die Produktionsschiene vollkommen auf Full-HD ausgelegt ist. Deutlich schwerer fällt das Einordnen der verschiedenen Panel-Technologien. Auch bei den Schnittstellen tut sich gerade relativ viel auf dem Markt: VGA und DVI werden langsam abgelöst. Damit sie beim Wust an technischen Daten durchsteigen, erklären wir Ihnen die wichtigsten Eigenschaften und worauf Sie beim Monitor-Kauf achten sollten.

AUFLÖSUNG UND BILDDIAGONALE

Noch aus Zeiten der Röhrenfernseher kommt das alte 4:3-Seitenverhältnis. Doch da das Sehvermögen des Menschen mehr auf Breite als Höhe ausgelegt ist, werden heutzutage Monitore mit den Breitbildformaten 16:9, 16:10 oder sogar 21:9 verkauft. Wobei das breiteste Format, also 21:9, aus dem Kino kommt und bei Monitoren (noch) vergleichsweise selten anzutreffen ist. Dell hat etwa den U3818DW im Programm, der mit seinen 38 Zoll eine Auflösung von 3840 mal 1600 Pixeln liefert. Das entspricht aber keinem 4K-, UHD- oder Full- HD-Bild – und ist als Vorschaubildschirm eher ungeeignet. Doch das sehr breite Bild erlaubt sehr viel Flexibilität auf dem Desktop, da sich mehrere Programmfenster nebeneinander platzieren lassen, ohne dass man zwei Monitore nebeneinander stellen muss.

Bei der Auflösung muss man klären, welche Aufgabe der Monitor erfüllen muss: Für die Programmoberfläche zeigt eine höhere Bildschirmauflösung zwar mehr Details; aber die werden dann so klein, dass beispielsweise Windows bereits meist die Schrift auf 150 Prozent skaliert, um die Lesbarkeit zu erhöhen. So hat man trotz höherer Auflösungen und eventuell mehr Bilddiagonale nur wenig mehr Platz auf der Arbeitsfläche.

Dennoch: Full-HD als Monitorauflösung ist eigentlich nur noch für den Vorschaumonitor empfehlenswert – speziell dann, wenn der Arbeitsablauf auf ein Full-HD-Equipment abgestimmt ist. Bearbeitet man dagegen UHD-Videomaterial, hilft nur ein Gerät mit 3840 mal 2160 Pixeln. Etwas bedauerlich: Höhere Auflösungen wie etwa natives Cine 4K, sprich 4096 mal 2160 Pixel, sind meist bei Profimonitoren anzutreffen.

Welche Bildschirmdiagonale dabei sinnvoll ist, hängt zwangsläufig von der Bildschirmauflösung, aber auch vom Betrachtungsabstand zum Monitor ab. Die Bildschirmgröße wird hierzulande immer noch meist in Zoll kommuniziert, auch wenn eine EU-Norm die Angabe in Zentimetern verlangt.

aufm Ratgeber Monitore

Der Monitor ist eines der wichtigsten Arbeitsgeräte am Schnittplatz, schließlich zeigt er das
Kamerabild. Was einen guten Bildschirm ausmacht, fassen wir in diesem Ratgeber zusammen.

Den zweiten Teil mit Ratgeber Infos zu Hintegrundbeleuchtung, Anschlüsse, Bedienung und Ergonomie findet man hier.

Dell U3818DW front web
21:9 als Bildformat ist bei Monitoren (noch) eher selten anzutreffen. Zum Arbeiten recht gut, ist ein solcher Monitor als Vorschaugerät eher ungeeignet.
 
dell u2718q web
Neue und gehobene Monitore wie der Dell UltraSharp UP2718Q sind für 4K HDR gerüstet und bieten eine breite Farbraumunterstützung. Sie kosten allerdings rund 2000 Euro.
Eizo ColorEdge Prominence CG3145 web
Teurer, aber dafür auch besser als herkömmliche Arbeits- und Büromonitore sind hardwarekalibrierte Bildschirme etwa von Eizo oder NEC (Test hier).

Am Arbeitsplatz sitzt man relativ nah am Monitor. Hält man die Auflösung konstant, vergrößert aber das Display, werden logischerweise die Pixel mit steigender Bildschirmdiagonale größer, so dass bei Full-HD vergleichsweise kleine Bildschirmdiagonalen reichen: Nach unserer Einschätzung liegen diese bei Full-HD zwischen 24 und 27 Zoll (60 bis 69 Zentimeter). Bei UHD-Monitoren hat sich dagegen inzwischen eher 32 bis 38 Zoll etabliert. Schaut man sich den idealen Abstand an, entspricht das ergonomisch allerdings nicht unbedingt den Empfehlungen: Wer etwa einen Meter vor den Monitoren sitzt, kommt eigentlich schon mit 27 Zoll klar, wobei der Betrachtungsabstand zum Vorschaumonitor größer sein darf, so dass 38 Zoll aus 1,5 Meter wieder perfekt sind.

DAS PANEL: IPS, TN, VA

Das Panel ist das Herzstück jedes Monitors und beim Schnitt letztendlich für die akkurate und farbverbindliche Wiedergabe verantwortlich. Wer hier von falschen Voraussetzungen ausgeht, wird später bei der Präsentation von Helligkeits- und Farbwiedergabe überrascht sein. Weitgehend etabliert haben sich sogenannte IPS-Pannels (In-Plane-Switching), die einen ausreichend großen Blickwinkel garantieren. Standardwerte sind hier 178 Grad für die Vertikale und die Horizontale, so dass nicht nur der frontal vor dem Monitor sitzende Cutter, sondern auch der daneben sitzende Regisseur oder Autor noch ein ausgeglichenes und farblich korrektes Bild zu sehen bekommt. TN (Twisted Nematic)- und VA (Vertical Alignment)-Panels kommen noch häufig in günstigeren Monitoren zum Einsatz. Diese bieten mit 170 respektive 160 Grad in der Regel keine so gute Blickwinkelstabilität wie das IPS-Pendant und sind auch nicht so farbtreu, können dafür aber oft mit einer geringeren Schaltzeit punkten. Doch die Schaltzeit ist eigentlich nur für Spieler wichtig, nicht dagegen am Schnittplatz. Selbst die schnellen Bewegungsabläufe auf dem Bildschirm werden schließlich von der Kamera nur mit 50 Bildern in der Sekunde aufgezeichnet.
 

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